Stolperstein Für Johanna Fried

Einleitung

Baden-Baden, bekannt für seine Kurkultur und architektonische Eleganz, beherbergt auch eindrucksvolle Gedenkstätten, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Dazu gehört der Stolperstein für Johanna Fried – einer von unzähligen "Stolpersteinen", die in Pflastersteine in ganz Europa eingelassen sind. Diese Messingplaketten dienen als dezentrale Mahnmale an das Leid, das dem nationalsozialistischen Regime zugefügt wurde, und ehren Einzelpersonen wie Juden, Roma und Sinti, politische Dissidenten und Menschen mit Behinderungen. Der Stolperstein für Johanna Fried, der sich in der Beuerner Straße 111 befindet, markiert die letzte freiwillige Wohnstätte einer jungen Frau mit einer geistigen Behinderung, die 1940 im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms ermordet wurde (SWR Kultur). Dieser Leitfaden bietet detaillierte Informationen zur Geschichte des Stolpersteins, Besuchertipps, Barrierefreiheit und seiner breiteren historischen und kulturellen Bedeutung.

Ursprung und Zweck des Stolperstein-Projekts

Das Stolperstein-Projekt wurde Anfang der 1990er Jahre vom deutschen Künstler Gunter Demnig als Graswurzelinitiative ins Leben gerufen, um einzelne Opfer nationalsozialistischer Verfolgung zu gedenken. Jeder Stolperstein ("stolper stein") ist eine 10x10 cm große Messingplakette, auf der der Name des Opfers, sein Geburtsdatum, sein Schicksal und, sofern bekannt, das Datum und der Ort seines Todes eingraviert sind. Diese Steine werden bündig in das Bürgersteig vor der letzten frei gewählten Wohnstätte des Opfers eingelassen und integrieren so die Erinnerung in das alltägliche Stadtleben (stolpersteine.eu; BBC Travel).

Bis 2024 wurden über 116.000 Stolpersteine in 31 Ländern installiert, was sie zum weltweit größten dezentralen Holocaust-Mahnmal macht (stolpersteine.eu). Der dezentrale und partizipative Charakter des Projekts hat lokale Gemeinschaften, Schulen, Überlebende, Nachfahren und Historiker einbezogen, die Biografien von Opfern recherchieren und Steine sponsern, was oft in öffentlichen Verlegungszeremonien gipfelt (claudiatravels.com; Folklife Magazine).

Stolpersteine in Baden-Baden: Lokaler Kontext

Die Stolpersteine in Baden-Baden erinnern an die einst lebendige jüdische Gemeinde der Stadt und andere Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Ab den 1930er Jahren sahen sich die jüdischen und marginalisierten Bewohner der Stadt systematischer Ausgrenzung, Deportation und Ermordung gegenüber (de.wikipedia.org). Einige suchten in Baden-Baden Zuflucht, da die Stadt für ihren kosmopolitischen Ruf bekannt war, doch die meisten wurden schließlich deportiert und in Lagern ermordet.

Der Stolperstein für Johanna Fried in der Beuerner Straße 111 repräsentiert eindringlich die gezielte Verfolgung von Menschen mit Behinderungen durch das NS-Regime, da sie im Rahmen des Euthanasieprogramms Aktion T4 ermordet wurde. Das Mahnmal in der Kaiser-Wilhelm-Straße 1 hingegen erinnert an die Deportation der Familie Fried und das allgemeine Leid der jüdischen Gemeinde von Baden-Baden.

Besuch der Stolpersteine: Standort, Öffnungszeiten und praktische Tipps

Standort und Barrierefreiheit

  • Stolperstein Johanna Fried: Beuerner Straße 111, Baden-Baden
  • Mahnmal für die Familie Fried: Kaiser-Wilhelm-Straße 1, Baden-Baden

Stolpersteine sind in öffentliche Bürgersteige eingelassen und jederzeit kostenlos zugänglich. Die Bürgersteige sind generell für Rollstühle und Kinderwagen geeignet, obwohl einige ältere Bereiche unebene Oberflächen aufweisen können. Das kompakte Zentrum von Baden-Baden ist leicht zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Lokale Busse und Taxis bieten eine bequeme Anbindung vom Bahnhof zum Bereich der Beuerner Straße.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: 24/7, im Freien
  • Tickets: Kein Ticket oder Eintrittspreis erforderlich
  • Barrierefreiheit: Der Ort ist das ganze Jahr über geöffnet. Besuche bei Tageslicht werden aus Sicherheits- und Sichtbarkeitsgründen empfohlen.

Reisehinweise

  • Den Stolperstein finden: Nutzen Sie GPS oder digitale Reiseführer, indem Sie "Beuerner Straße 111, Baden-Baden" eingeben. Suchen Sie nach der kleinen Messingplakette im Bürgersteig.
  • Etikette: Halten Sie inne, um die Inschrift still zu lesen. Das Ablegen eines kleinen Steins oder einer Blume ist ein traditionelles Zeichen der Erinnerung.
  • Fotografie: Diskret ist das Fotografieren gestattet; respektieren Sie stets das Mahnmal und die Anwohner.
  • Besondere Veranstaltungen: Gedenkfeiern und Stolperstein-Reinigungstage finden oft am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) und anderen Gedenktagen statt. Die Teilnahme ist willkommen.

Führungen und Ressourcen

  • Führungen zu Fuß sind über das Tourismusbüro Baden-Baden erhältlich und integrieren Stolpersteine mit den historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
  • Digitale Ressourcen wie der Stolpersteine Guide bieten interaktive Karten und biografische Informationen zu jedem Stein.
  • Für tieferen Kontext konsultieren Sie SWR Kultur und Wikimedia Commons.

Historischer und kultureller Kontext

Johanna Frieds Geschichte

Johanna Fried (auch bekannt als Johanna Magdalena Ketterer) wurde 1920 in Baden-Baden geboren und lebte mit einer geistigen Behinderung. Im Alter von acht Jahren wurde sie institutionalisiert und wurde Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms Aktion T4. Sie wurde 1940 in Grafeneck ermordet. Ihr Stolperstein ist ein Zeugnis für die Verfolgung von Menschen mit Behinderungen während des Nationalsozialismus und die Wichtigkeit, aller Opfer zu gedenken, nicht nur der jüdischen.

Stolpersteine als Gedenkstätten

Stolpersteine personalisieren die Erinnerung, indem sie individuelle Geschichten in das alltägliche städtische Umfeld einbetten. Passanten werden dazu angehalten, über die Geschichte zu "stolpern", sich zu verneigen und in einem Moment der Besinnung zu verharren (BBC Travel). Der partizipative Geist des Projekts bezieht die lokalen Gemeinschaften in Forschung, Sponsoring und Pflege ein und stärkt so den generationsübergreifenden Dialog und das Bewusstsein (Folklife Magazine).

Breitere Bedeutung in Baden-Baden

Die Stolpersteine in Baden-Baden werden durch andere historische Stätten ergänzt, wie das Kurhaus, die römischen Badeanlagen, die Lichtentaler Allee und das Mahnmal in der Kaiser-Wilhelm-Straße 1, das die jüdische Geschichte der Stadt kontextualisiert. Die Präsenz dieser dezentralen Mahnmale ist eine ständige Einladung, sich zu erinnern, nachzudenken und dem Vergessen entgegenzuwirken.

Integration in Erbe und Tourismus

Baden-Baden, seit 2021 UNESCO-Weltkulturerbe, integriert Stolpersteine in sein reiches Geflecht an kulturellen und historischen Attraktionen. Thematische Rundgänge beginnen oft im Stadtzentrum, führen über architektonische Wahrzeichen und enden in der Beuerner Straße 111. Lokale Museen und Archive bieten weitere Möglichkeiten für Forschung und Engagement. Die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen, die Unterstützung lokaler Initiativen und die Nutzung digitaler Führer tragen zur Bewahrung der Erinnerung an die Opfer bei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Stolpersteine? Kleine Messingplaketten, die in Bürgersteige eingelassen sind, um einzelne Opfer nationalsozialistischer Verfolgung zu ehren.

Wo befindet sich der Stolperstein für Johanna Fried? Beuerner Straße 111, Baden-Baden.

Gibt es Besuchszeiten oder Tickets? Nein. Der Ort ist im Freien, 24/7 zugänglich und kostenlos zu besuchen.

Ist der Ort rollstuhlgerecht? Generell ja, obwohl einige nahegelegene Straßen uneben sein können.

Sind Führungen verfügbar? Ja, über das Tourismusbüro Baden-Baden und lokale Geschichtsvereine.

Wo finde ich weitere Informationen? Konsultieren Sie die Offizielle Tourismusseite Baden-Baden, den Stolpersteine Guide und SWR Kultur.

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