Einleitung
Der Besuch des Stolpersteins für Heinz Adalbert Sack in Baden-Baden, Deutschland, bietet eine zutiefst bedeutsame Begegnung mit Geschichte, Erinnerung und den anhaltenden Auswirkungen des Holocaust auf Einzelpersonen und Gemeinschaften. Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die in Gehwege eingelassen sind und an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung an deren letzten frei gewählten Wohnorten erinnern. Das Projekt, initiiert vom deutschen Künstler Gunter Demnig Mitte der 1990er Jahre, hat sich zum größten dezentralen Holocaust-Mahnmal der Welt entwickelt, mit über 116.000 verlegten Steinen in 1.860 Gemeinden in 31 europäischen Ländern im Jahr 2024 (stolpersteine.eu; claudiatravels.com).
Heinz Adalbert Sacks Stolperstein, der sich in der Stadelhoferstraße 14 in Baden-Baden befindet, markiert den Ort, an dem seine Familie vor der Verfolgung, die sie ins Exil trieb, lebte. Seine Geschichte ist beispielhaft für viele jüdische Familien in Baden-Baden und ganz Deutschland und spiegelt ein Leben wider, das durch die nationalsozialistischen Rassengesetze, die erzwungene Auswanderung und den Kampf ums Überleben im Ausland unterbrochen wurde. Die Inschrift des Stolpersteins verzeichnet prägnant sein Geburtsjahr, das Jahr seiner Flucht und sein Überleben in Frankreich (gedenkbuch.baden-baden.de; tracesofwar.com).
Über die persönliche Erinnerung hinaus dienen diese Steine als Bildungswerkzeuge und Mittelpunkte für gesellschaftliches Engagement. Lokale Schulen, Museen und Organisationen erforschen aktiv die Biografien der Opfer, organisieren Gedenkveranstaltungen und beziehen jüngere Generationen in Erinnerungsarbeit ein, wobei diese Gedenkstätten in das tägliche Leben der Stadt integriert werden (stadtwiki-baden-baden.de; Landesarchiv BW PDF).
Stolpersteine sind jederzeit öffentlich zugänglich und erfordern keine Eintrittskarten oder Gebühren. Orte wie der von Heinz Adalbert Sack werden oft auf geführten Spaziergängen hervorgehoben und sind für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich (baden-baden.com; pragueviews.com). Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen zum historischen Kontext, zur kulturellen Bedeutung und zu den praktischen Aspekten des Besuchs des Stolpersteins in Baden-Baden, um Ihre Erinnerung und Bildung zu bereichern. Für weitere Erkundungen bieten digitale Ressourcen wie die Audiala-App Audioführer und Karten zu Stolpersteinen in ganz Europa (claudiatravels.com).
Fotogalerie
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Ursprünge und Zweck des Stolperstein-Projekts
Das Stolperstein-Projekt ist eine dezentrale Gedenkinitiative, die vom Künstler Gunter Demnig Mitte der 1990er Jahre ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Einzelpersonen zu ehren, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden – nicht nur Juden, sondern auch Roma, Sinti, politische Gegner, LGBTQ+-Personen und andere. Jeder Stolperstein ist eine 10 x 10 cm große Messingplatte, die in den Bürgersteig vor die letzte frei gewählte Wohnstätte der Person eingelassen wird. Die Inschriften enthalten die Worte "Hier wohnte", den Namen der Person, ihr Geburtsdatum, ihr Schicksal (z. B. Deportation, Flucht oder Mord) und, falls bekannt, das Todesdatum (claudiatravels.com; germany.info).
Die Stolpersteine bringen die Erinnerung an die NS-Verfolgung in den Alltag, buchstäblich "unter die Füße", sodass Passanten über die Erinnerung an diejenigen stolpern, die einst in ihren Vierteln lebten. Das Projekt hat sich rasant ausgebreitet, mit über 116.000 Steinen in mehr als 1.860 Gemeinden und 31 Ländern im Jahr 2024 (stolpersteine.eu; pragueviews.com).
Jüdisches Leben in Baden-Baden vor dem Holocaust
Baden-Baden, berühmt für seine Kurkultur und sein weltmännisch-kosmopolitisches Flair, war vor dem Aufstieg des NS-Regimes die Heimat einer lebendigen jüdischen Gemeinde. Die Stadt zog sowohl Einwohner als auch Besucher an, darunter viele jüdische Familien. Nach 1933 sah sich die jüdische Bevölkerung Baden-Badens jedoch zunehmend schwerer Verfolgung ausgesetzt, die in Deportationen und der Zerstörung der Gemeinde während des Holocaust ihren Höhepunkt fand (claudiatravels.com).
Einige jüdische Familien zogen in den Anfangsjahren der NS-Herrschaft von anderswo nach Baden-Baden, in der Hoffnung, dass der internationale Charakter der Stadt Schutz böte. Tragischerweise wurden die meisten schließlich deportiert oder zur Auswanderung gezwungen (claudiatravels.com).
Die Familie Sack: Kontext und Verfolgung
Heinz Adalbert Sack wurde am 11. Juni 1915 in Heidelberg als Sohn von Dr. Waldemar Sack, einem Dermatologen, und Sophie Sack (geb. Rittenberg) geboren. Die Familie zog in den frühen 1920er Jahren nach Baden-Baden und lebte zunächst in der Beuttenmüllerstraße 17, dann in der Stadelhoferstraße 14 (gedenkbuch.baden-baden.de; tracesofwar.com).
Mit zunehmender Durchsetzung und Gewalt der antisemitischen Gesetze durch das NS-Regime war die Familie Sack, wie viele andere auch, von ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen, Bedrohungen ausgesetzt und verlor ihre Lebensgrundlage. Dr. Waldemar Sack wurde mit Anschuldigungen und Drohungen konfrontiert, und das tägliche Leben der Familie wurde immer prekärer (gedenkbuch.baden-baden.de).
Heinz Adalbert Sack: Flucht und Überleben
Als Jude und als „kommunistischer Intellektueller“ von der Gestapo identifiziert, war Heinz doppelt gefährdet (gedenkbuch.baden-baden.de). 1936, als seine Bildungs- und Berufsaussichten versperrt waren, wanderte er nach Prag aus, um sein Studium fortzusetzen. Nach der Annexion des Sudetenlandes durch Deutschland im Jahr 1938 floh er erneut, diesmal nach Paris.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überlebte Heinz in Frankreich und machte es zu seiner neuen Heimat. Sein Bruder Robert Arno Sack floh in die Schweiz und schließlich nach England. Andere Familienmitglieder wie Dr. Arnold Sack hatten weniger Glück – Arnold wurde im Internierungslager Gurs ermordet, und Waldemar starb 1943 in Frankreich (tracesofwar.com).
Stolperstein für Heinz Adalbert Sack: Verlegung und Inschrift
Der Stolperstein für Heinz Adalbert Sack wurde am 27. Januar 2009 in der Stadelhoferstraße 14 in Baden-Baden verlegt. Die Inschrift lautet:
HIER WOHNTE
HEINZ ADALBERT SACK
JG. 1915
FLUCHT 1936
PRAG
ÜBERLEBT IN FRANKREICH
Dieser einfache Text stellt Heinz’ Präsenz im Gedächtnis der Stadt wieder her und hebt seine Reise von der Flucht bis zum Überleben hervor (gedenkbuch.baden-baden.de). Das breitere Stolperstein-Projekt in Baden-Baden begann 2008, und bis 2013 waren mindestens 114 Steine verlegt, mit weiteren in den Folgejahren (stadtwiki-baden-baden.de; de.wikipedia.org).
Besuch von Stolpersteinen in Baden-Baden: Orte und praktische Informationen
Ort: Der Stolperstein für Heinz Adalbert Sack ist in den Bürgersteig in der Stadelhoferstraße 14 in Baden-Baden eingelassen, in der Nähe des damaligen Wohnortes der Familie (Mapcarta).
Zugänglichkeit: Stolpersteine sind bündig mit dem Bürgersteig und für Rollstuhlfahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Der Ort befindet sich in einem Wohngebiet, das gut zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Parkmöglichkeiten gibt es im Stadtzentrum.
Besuchszeiten und Eintrittskarten: Stolpersteine sind im Freien und können jederzeit kostenlos besucht werden. Es sind keine Eintrittskarten oder Vorabvereinbarungen erforderlich.
Führungen: Selbstgeführte Spaziergänge sind beliebt, und lokale Touristeninformationen stellen Karten mit den Standorten der Stolpersteine zur Verfügung (baden-baden.com). Gelegentlich werden Führungen und Gedenkveranstaltungen von Schulen oder Gemeindegruppen organisiert.
Etikette: Besucher werden gebeten, mit Respekt an die Orte heranzutreten – innezuhalten, die Inschrift zu lesen und, falls gewünscht, einen kleinen Stein oder eine Blume als Erinnerungsgabe zu hinterlassen.
Gesellschaftliches Engagement und Bildungswirkung
Das Stolperstein-Projekt in Baden-Baden lebt von der Beteiligung der Gemeinschaft. Lokale Schulen und das Stadtmuseum arbeiten zusammen, um Biografien zu erforschen, Steine zu sponsern und Bildungsprogramme sowie Zeremonien zu organisieren (stadtwiki-baden-baden.de; Landesarchiv BW PDF). Schüler fungieren als "Paten" für Steine, erstellen Ausstellungstafeln und nehmen an Erinnerungsveranstaltungen teil, wodurch eine lebendige Verbindung zur Geschichte gefördert wird.
Kontroversen und aktuelle Debatten
Obwohl das Stolperstein-Projekt breitflächig Zustimmung fand, war es nicht ohne Kritik. Einige argumentieren, dass die Platzierung von Gedenkstätten im Bürgersteig respektlos sei, was in einigen Städten wie München zu Verboten oder Einschränkungen führte (holocaust.org.uk). Dennoch expandiert das Projekt weiter und wird international als "Gegen-Mahnmal" anerkannt, das konventionelle Formen der Erinnerung in Frage stellt.
Die Rolle des Stolpersteins in der modernen Erinnerungskultur
Der Stolperstein für Heinz Adalbert Sack veranschaulicht, wie dezentrale, partizipative Gedenkstätten die kollektive Tragödie personalisieren können. Indem Erinnerung in den Straßen der Stadt verankert wird, sorgt das Projekt dafür, dass die Erinnerung an den Holocaust zugänglich, unmittelbar und fortwährend ist (germany.info; claudiatravels.com).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo befindet sich der Stolperstein für Heinz Adalbert Sack?
Stadelhoferstraße 14, Baden-Baden, im Bürgersteig eingelassen.
Gibt es Besuchszeiten oder Eintrittskarten?
Nein – Stolpersteine sind kostenlose öffentliche Gedenkstätten, die jederzeit zugänglich sind.
Ist der Ort rollstuhlgerecht?
Ja, die Steine sind bündig mit dem Bürgersteig.
Gibt es geführte Touren?
Ja, informieren Sie sich beim Fremdenverkehrsamt Baden-Baden oder im Stadtmuseum über die Fahrpläne.
Kann ich weitere Gedenkstätten in Baden-Baden besuchen?
Ja – es gibt weitere Stolpersteine, den Jüdischen Friedhof und den historischen Synagogenstandort, unter anderem.
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