Einleitung
Das Stolpersteine-Projekt – das dezentrale Holocaust-Mahnmal Deutschlands – bietet eine intime und bewegende Verbindung zu den einzelnen Leben, die während der NS-Ära verloren gingen. In Baden-Baden erinnern diese kleinen Messingplaketten, die in die Bürgersteige der Stadt eingelassen sind, an die Opfer an ihren letzten frei gewählten Wohnorten. Einer dieser Steine ist Frieda Kayem gewidmet – eine ergreifende Erinnerung an ihr Leben, ihr Schicksal und die breitere Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte, praktische Besuchsinformationen und Tipps für einen respektvollen Umgang mit den Stolpersteinen in Baden-Baden.
Fotogalerie
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Was sind Stolpersteine?
Stolpersteine sind 10x10 cm große, messingbeschichtete Kopfsteinpflastersteine, die mit den Namen und Schicksalen von Personen beschriftet sind, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Der Künstler Gunter Demnig begann in den 1990er Jahren mit deren Verlegung, nach dem Grundsatz: „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Heute sind über 100.000 Stolpersteine in ganz Europa installiert, was sie zum größten dezentralen Mahnmal der Welt macht (Stolpersteine Guide; Stolpersteine.eu).
Jeder Stolperstein wird vor dem letzten selbstgewählten Wohnhaus eines Opfers verlegt, wodurch der alltägliche Akt des Gehens durch die Stadt zu einer Begegnung mit Erinnerung und Geschichte wird. Passanten sind eingeladen wahrzunehmen, innezuhalten, um die Inschriften zu lesen und über die Menschen nachzudenken, deren Leben für immer verändert wurde (IamExpat).
Frieda Kayem: Biografie und Schicksal
Frühes Leben
Frieda Kayem (geb. Mayer) wurde am 28. November 1875 in Ulmet, Deutschland, geboren. Sie war zweimal verheiratet und wurde als Frieda Kayem-Mayer und nach ihrer ersten Ehe als Frieda Lazar bekannt. Als Witwe lebte sie in Baden-Baden in der Stephanienstraße 5 mit ihrer Stieftochter Irma Kayem (LEO-BW).
Verfolgung und Deportation
Mit dem Aufkommen des NS-Regimes sah sich die jüdische Gemeinde Baden-Badens zunehmender Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Im Oktober 1940 wurden Frieda und Irma Kayem während der Wagner-Bürckel-Aktion in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Später wurden sie über Drancy nach Auschwitz transportiert, wo Frieda im Dezember 1942 ermordet wurde (Gedenkbuch Baden-Baden; Arolsen Archives).
Das Stolperstein-Mahnmal
Frieda Kayems Stolperstein wurde am 4. November 2008 in der Stephanienstraße 5 in Baden-Baden verlegt (Stadtwiki Baden-Baden). Die Inschrift lautet:
HIER WOHNTE
FRIEDA KAYEM GEB. MAYER JG. 1875
DEPORTIERT 1940 GURS
ERMORDET 1942 IN AUSCHWITZ
Dieses Mahnmal steht als Zeugnis ihres Lebens und der unzähligen anderen, deren Geschichten die Vergangenheit Baden-Badens prägten.
Besuch von Frieda Kayems Stolperstein: Praktische Informationen
Standort
- Adresse: Stephanienstraße 5, 76530 Baden-Baden, Deutschland
- Der Stein ist in den Bürgersteig vor Frieda Kayems letztem frei gewähltem Wohnort eingelassen.
Barrierefreiheit und Öffnungszeiten
- Stolpersteine sind im Freien und jederzeit zugänglich; es gibt keine festen Besuchszeiten oder Eintrittspreise.
- Das Stadtzentrum ist fußgängerfreundlich, obwohl einige Bürgersteige uneben sein können. Die meisten Stolpersteine sind rollstuhlgerecht zugänglich. Für spezifische Hinweise wenden Sie sich bitte an das Baden-Baden Tourist Office.
Stolpersteine finden
- Nutzen Sie Stadtpläne, mobile Apps oder den Stolpersteine Guide, um weitere Steine in Baden-Baden zu finden.
- Geführte Touren zu Holocaust-Mahnmalen und jüdischen historischen Stätten werden saisonal angeboten. Erkundigen Sie sich beim Tourismusbüro oder lokalen Museen nach Fahrplänen.
Besucheretikette und Tipps
- Nähern Sie sich dem Stein mit Respekt; es ist üblich, sich leicht zu verbeugen, um die Inschrift zu lesen.
- Vermeiden Sie es, direkt auf die Messingplakette zu treten.
- Das Mitbringen eines weichen Tuchs, um den Stein sanft zu polieren, ist eine traditionelle Geste der Ehre.
- Fotografieren ist erlaubt, aber bitte diskret und unter Rücksichtnahme auf die Anwohner.
- Erwägen Sie, einen kleinen Stein, eine Blume oder eine Kerze als Zeichen der Ehrung abzulegen (Folklife Magazine).
Kulturelle und Gedenksignifikanz
Die Stolpersteine sind mehr als historische Markierungen; sie sind lebendige Mahnmale, die die Erinnerung in den täglichen Fluss des Stadtlebens integrieren. Ihre Platzierung auf Straßenhöhe hat zu einem Dialog geführt – manche sehen darin eine kraftvolle Konfrontation mit der Vergangenheit, während andere Bedenken hinsichtlich potenziellen Respektslosigkeit geäußert haben. Der Gründer Gunter Demnig betont die Geste des Sich-Verbeugens, um die Namen zu lesen, als symbolische Geste des Respekts (IamExpat).
In Baden-Baden erinnern über 140 Stolpersteine nicht nur an jüdische Opfer, sondern auch an Roma, Sinti, politische Häftlinge und andere vom NS-Regime Verfolgte (Claudia Travels). Jeder Stein personalisiert die Geschichte und stellt sicher, dass die Namen und Geschichten von Individuen wie Frieda Kayem in der kollektiven Erinnerung präsent bleiben.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Während Ihres Besuchs bei Frieda Kayems Stolperstein sollten Sie vielleicht auch Folgendes erkunden:
- Kurhaus und Kurpark: Wahrzeichen der historischen Badekultur Baden-Badens.
- Ehemaliger Standort der Synagoge: Zerstört während der Reichskristallnacht, bietet dieser Ort Kontext zur jüdischen Geschichte der Stadt.
- Museum Frieder Burda: Ein nahegelegenes Museum für zeitgenössische Kunst.
- Lichtentaler Allee: Ein bekannter Park und eine Allee, ideal für nachdenkliche Spaziergänge.
Für weitere historische Einblicke suchen Sie Museen und Kulturzentren auf, die Ausstellungen zum Holocaust und jüdischen Erbe zeigen.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich Frieda Kayems Stolperstein?
Er befindet sich in der Stephanienstraße 5 in Baden-Baden. Nutzen Sie Apps oder Stadtpläne, um die Adresse zu bestätigen.
Gibt es geführte Touren?
Ja, Führungen zu Stolpersteinen und jüdischen Geschichte werden periodisch angeboten. Kontaktieren Sie das Baden-Baden Tourist Office für Informationen.
Gibt es eine Gebühr oder ein Ticket?
Nein, der Besuch von Stolpersteinen ist kostenlos.
Wann ist die beste Besuchszeit?
Jederzeit, wobei Tageslichtstunden für Sichtbarkeit und Sicherheit am besten sind.
Ist die Stätte für Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich?
Die meisten Stolpersteine sind zugänglich, aber einige Bürgersteige können uneben sein. Informieren Sie sich bei örtlichen Tourismusämtern über barrierefreie Routen.
Vorschläge für Bilder und Medien
- Foto: Frieda Kayems Stolperstein (alt-Text: „Stolperstein zur Erinnerung an Frieda Kayem in Baden-Baden“)
- Karte: Hervorhebung von Stolperstein-Standorten im Stadtzentrum (alt-Text: „Karte der Stolpersteine im Stadtzentrum von Baden-Baden“)
- Nahegelegene Stätten: Bilder vom ehemaligen Synagogenstandort oder dem Museum Frieder Burda (alt-Text: „Ehemaliger Standort der Synagoge in Baden-Baden“)
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