Stolperstein Für Eugen Bruchsaler

Einleitung

Im Herzen von Baden-Baden erinnert ein bescheidenes, aber eindringliches Mahnmal – der Stolperstein – an Eugen Bruchsaler, einen jüdischen Einwohner, der der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fiel. Diese kleine Messingplatte im Gehweg der Gunzenbachstraße 8 ist eine greifbare Erinnerung an ein individuelles Leben und die breitere Tragödie des Holocaust. Als Teil des europaweiten Stolpersteine-Projekts von Künstler Gunter Demnig personalisiert der Stein die Geschichte und verbindet Besucher mit der einst blühenden jüdischen Gemeinde von Baden-Baden.

Dieser detaillierte Leitfaden befasst sich mit dem historischen Hintergrund von Eugen Bruchsaler und der jüdischen Gemeinde in Baden-Baden, den Ursprüngen und dem kulturellen Einfluss des Stolpersteine-Projekts und bietet praktische Besucherinformationen, einschließlich Standort, Barrierefreiheit und Möglichkeiten zur Vertiefung des Engagements. Ob Sie einen Besuch planen oder über die Erinnerung an den Holocaust nachdenken möchten, dieser Artikel liefert wesentliche Einblicke, die Ihre Erfahrung bereichern.

Für weitere Hintergrundinformationen besuchen Sie Stolpersteine.eu und juden-in-sulzburg.de.


Historischer Hintergrund: Eugen Bruchsaler und die jüdische Gemeinde in Baden-Baden

Eugen Bruchsaler wurde am 30. März 1886 in Sulzburg geboren und war später ein bedeutendes Mitglied der jüdischen Gemeinde Baden-Badens. Als Geschäftsmann trug er vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus zum wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt bei. Er heiratete Marie Bruchsaler und ließ sich in der Gunzenbachstraße 8 nieder. Wie viele Juden in Baden-Baden sahen sich die Bruchsalers nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunehmender Verfolgung ausgesetzt.

Die jüdische Gemeinde in Baden-Baden, einst lebendig und integriert, litt unter immer repressiveren Gesetzen und gewalttätigen Ereignissen wie der Kristallnacht im Jahr 1938. Eugen wurde während dieser Zeit verhaftet und kurzzeitig im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung versuchte die Familie, dem Griff der nationalsozialistischen Politik zu entkommen, und floh 1939 nach Luxemburg. Marie verstarb bald darauf, und Eugens Reise führte ihn nach Belgien und dann in das Internierungslager Saint-Cyprien in Frankreich. Am 11. September 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Der Stolperstein vor seiner letzten frei gewählten Wohnstätte ist ein persönliches und gemeinschaftliches Denkmal, das seine Geschichte in der gegenwärtigen Stadtlandschaft verankert (juden-in-sulzburg.de; Deutsche Digitale Bibliothek).


Das Stolpersteine-Projekt: Ursprung und Zweck

Das 1992 vom deutschen Künstler Gunter Demnig initiierte Stolpersteine-Projekt ist das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal der Welt. Jeder Stolperstein ist ein 10x10 cm großer, messingbeschichteter Kopfstein, auf dem Name und Schicksal eines Opfers nationalsozialistischer Verfolgung eingraviert sind, eingebettet in den Gehweg vor ihrem letzten frei gewählten Wohn- oder Arbeitsort (Stolpersteine.eu) .

Das Leitprinzip des Projekts ist es, die Erinnerung in den Alltag zu bringen – abstrakte Geschichte in individuelle Geschichten zu verwandeln, denen man im Laufe der täglichen Routinen begegnet. Über 75.000 Stolpersteine wurden in ganz Europa verlegt, jeder beginnend mit "Hier wohnte" und die Vorbeigehenden einladend, sich an die einst in ihren Gemeinden gelebten Leben zu erinnern (iamExpat.de).

Der Stolperstein für Eugen Bruchsaler ist Teil dieser breiteren Initiative und macht die Erinnerung an den Holocaust in Baden-Baden sichtbar und greifbar (claudiatravels.com).


Die Gedenkstätte Gunzenbachstraße 8

In der Gunzenbachstraße 8 finden Sie den Stolperstein, der Eugen Bruchsaler gewidmet ist. Der Stein ist in den Gehweg vor seinem letzten frei gewählten Wohnort eingelassen und mit seinem Namen, Geburtsdatum, Schicksal und dem Ort seiner Ermordung in Auschwitz beschriftet. Dieses stille, aber eindrucksvolle Mahnmal befindet sich inmitten des alltäglichen Lebens von Baden-Baden und lädt sowohl Anwohner als auch Besucher zur Besinnung ein.

Der Stolperstein wird von lokalen Freiwilligen und Organisationen gepflegt, insbesondere rund um den Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und den Jahrestag der Kristallnacht (9.–10. November), wenn die Steine oft poliert und Gedenkveranstaltungen abgehalten werden (iamExpat.de).


Besuch des Stolpersteins: Ort, Öffnungszeiten & Barrierefreiheit

Standort

  • Adresse: Gunzenbachstraße 8, Baden-Baden, Deutschland
  • Der Stolperstein ist im Gehweg am Eingang des Gebäudes eingelassen.

Um den genauen Standort und weitere Stolpersteine in der Stadt zu finden, konsultieren Sie die offizielle Liste oder fragen Sie im Büro der Tourist-Information Baden-Baden.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Öffnungszeiten: Täglich 24 Stunden, ganzjährig geöffnet
  • Eintritt: Kostenlos; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich

Barrierefreiheit

  • Der Standort befindet sich auf Straßenniveau und ist für Besucher mit Mobilitätshilfen zugänglich.
  • Die Umgebung ist fußgängerfreundlich, aber seien Sie stets vorsichtig in der Nähe von Straßen (germanyfootsteps.com).

Führungen und Veranstaltungen

  • Stadtrundgänge mit Schwerpunkt auf jüdischer Geschichte und Stolpersteine werden von lokalen Organisationen und dem Tourismusamt Baden-Baden angeboten.
  • Besondere Gedenkveranstaltungen können um den Holocaust-Gedenktag und die Kristallnacht herum stattfinden.

Kulturelle und bildungspolitische Bedeutung

Personalisierung der Geschichte

Stolpersteine verwandeln das unvorstellbare Ausmaß des Holocaust in individuelle Geschichten und stellen Namen und Würde für Opfer wie Eugen Bruchsaler wieder her. Die Geste des Kniens oder Bückens, um die Inschrift eines Steins zu lesen, fördert eine intime Verbindung zur Geschichte und ist zu einem bedeutungsvollen Akt des Gedenkens geworden.

Gesellschaftliches Engagement

Das Stolpersteine-Projekt lebt vom lokalen Engagement – Anwohner, Schulen und Organisationen recherchieren Biografien von Opfern, organisieren Installationen und pflegen die Gedenkstätten. Dieses fortlaufende Engagement stellt sicher, dass das Gedenken eine lebendige, gemeinschaftliche Verantwortung bleibt (Stolpersteine Bruchsal).

Pädagogischer Wert

Stolpersteine sind wertvolle Werkzeuge für die formale und informelle Bildung. Viele Schulen beziehen sie durch Forschungsprojekte, Rundgänge und Zeremonien in ihre Lehrpläne ein und fördern so historisches Bewusstsein und Empathie bei jungen Menschen. Digitale Plattformen wie der Stolpersteine-Guide bieten Karten, Biografien und virtuelle Touren und erweitern den weltweiten Zugang zu diesen Geschichten.


Praktische Besuchertipps und Etikette

  • Innehalten und nachdenken: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Inschrift zu lesen und an Eugen Bruchsaler zu denken.
  • Stein polieren: Bringen Sie ein weiches Tuch mit – das Polieren des Stolpersteins ist ein respektvoller Akt.
  • Tribut hinterlassen: Eine Blume oder Kerze neben dem Stein ehrt die Erinnerung des Einzelnen.
  • Besucheretiquette: Nähern Sie sich ruhig, knien oder verbeugen Sie sich, um die Tafel zu lesen, stehen Sie nicht direkt darauf und seien Sie rücksichtsvoll beim Fotografieren.
  • Vorbereitung: Lesen Sie vor Ihrem Besuch mehr über Eugen Bruchsalers Leben und das Stolpersteine-Projekt, um Ihre Erfahrung zu vertiefen (juden-in-sulzburg.de).

Integration Ihres Besuchs: Nahegelegene Sehenswürdigkeiten und weitere Erkundungen

Bereichern Sie Ihren Besuch in Baden-Baden, indem Sie diese Sehenswürdigkeiten erkunden:

  • Stadtmuseum Baden-Baden: Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Stadt, einschließlich ihrer jüdischen Gemeinde (germanyfootsteps.com).
  • Standort der ehemaligen Synagoge: Besuchen Sie den Ort der ehemaligen Synagoge und andere jüdische Kulturerbestätten.
  • Kurhaus und römische Bäderruinen: Erleben Sie weitere kulturelle und historische Angebote Baden-Badens.

Führungen sind verfügbar und beinhalten oft Besuche der Stolpersteine und anderer wichtiger Gedenkstätten (abc.net.au).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein Stolperstein? Ein Stolperstein ist eine kleine Messingplatte, die in einen Gehweg eingelassen ist und ein Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an seinem letzten frei gewählten Wohnort ehrt.

Wo befindet sich der Stolperstein für Eugen Bruchsaler? Er befindet sich in der Gunzenbachstraße 8, Baden-Baden, vor seinem letzten Wohnort. Offizielle Listen und der Stolpersteine-Guide können helfen, den genauen Ort zu finden.

Sind Tickets für den Besuch erforderlich? Nein, die Gedenkstätte ist öffentlich und jederzeit kostenlos zugänglich.

Was sind die besten Besuchszeiten? Die Tageslichtstunden sind für Sicherheit und Sichtbarkeit ideal. Ein Besuch während des Holocaust-Gedenktages (27. Januar) oder der Kristallnacht (9.–10. November) ist besonders bedeutungsvoll.

Gibt es Führungen? Ja, Führungen werden von lokalen Organisationen und dem Tourismusbüro Baden-Baden angeboten.

Ist der Standort rollstuhlgerecht? Ja, der Stolperstein ist auf Straßenniveau barrierefrei.


Mehr Entdecken

Der Stolperstein für Eugen Bruchsaler in Baden-Baden ist mehr als nur eine Gedenkstätte – er ist ein lebendiger Ort der Bildung, Reflexion und Erinnerung. Durch die Auseinandersetzung mit diesem dezentralen Denkmal ehren Besucher die Erinnerung an ein durch den Holocaust verlorenes Leben und bekräftigen gleichzeitig heute die Bedeutung von Toleranz, Vielfalt und Menschenrechten.

Wir ermutigen Sie, die Stolpersteine und historischen Stätten Baden-Badens zu erkunden, an lokalen Gedenkveranstaltungen teilzunehmen und Ihr Wissen zu teilen, um diese wichtigen Geschichten am Leben zu erhalten. Für aktuelle Besucherinformationen und Audioführer laden Sie die Audiala-App herunter oder konsultieren Sie das Tourismusbüro Baden-Baden.


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