Einführung
Der Stolperstein für Alfred Mainzer in Baden-Baden bietet eine bewegende Möglichkeit, sich mit der Geschichte der Stadt und der Erinnerung an die unter dem NS-Regime Verfolgten auseinanderzusetzen. Als Teil des größten dezentralen Gedenkprojekts Europas verwandeln die Stolpersteine die städtische Landschaft in eine lebendige Erinnerungsstätte, die Anwohner und Besucher gleichermaßen auffordert, über die Geschichten einzelner Opfer nachzudenken. Dieser Leitfaden bietet umfassende, sich nicht wiederholende Informationen über den Hintergrund des Stolpersteinprojekts, Alfred Mainzers persönliche Geschichte, praktische Besucherinformationen und den breiteren Kontext der Erinnerung in Baden-Baden.
Fotogalerie
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Was ist das Stolperstein-Projekt?
Das Stolperstein-Projekt, initiiert vom deutschen Künstler Gunter Demnig in den frühen 1990er Jahren, ist ein dezentrales Denkmal für die Opfer der NS-Verfolgung. Jeder Stein ist eine kleine Messingplatte, 10 x 10 cm, die in das Pflaster vor der letzten frei gewählten Wohnstätte des Opfers eingelassen ist. Die Inschrift umfasst den Namen der Person, das Geburtsjahr, das Schicksal und, falls bekannt, das Deportationsdatum und den Sterbeort (Stolpersteine.eu; Germany.info).
Das Stolperstein-Projekt gilt heute als das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal der Welt, mit über 100.000 verlegten Steinen in mehr als 1.900 Kommunen in ganz Europa (Wikipedia: Stolperstein; Folklife Magazine). Ziel ist es, die Erinnerung an einzelne Opfer in den Alltag zurückzubringen und das Gedenken zu einer gemeinschaftlichen, fortlaufenden Tat zu machen.
Die Stolpersteine in Baden-Baden
Baden-Baden hat das Stolperstein-Projekt als Teil seines Engagements für die historische Erinnerung aktiv angenommen. Die Stadt verfügt über mehr als 200 Stolpersteine, die jeweils ein lokales Opfer des NS-Regimes repräsentieren, sei es jüdisch, Sinti und Roma, politisch Andersdenkende oder eine andere verfolgte Gruppe (Baden-Baden Gedenkbuch; claudiatravels.com).
Der lokale Arbeitskreis Stolpersteine und andere Organisationen recherchieren biografische Details, sponsern Steine und organisieren Installationszeremonien. Oft beteiligen sich Schüler und Gemeindemitglieder, um sicherzustellen, dass die Erinnerungsarbeit sowohl korrekt als auch generationenübergreifend ist (Baden-Baden Aktionen).
Alfred Mainzer: Persönliche Geschichte und Gedenken
Wer war Alfred Mainzer?
Alfred Mainzer wurde am 25. März 1920 in Wysoka (Wissek), Polen, geboren und ließ sich mit seiner Familie in der Ooser Hauptstraße 18 in Baden-Baden nieder. Als die NS-Verfolgung zunahm, gelang es Alfred, damals 19 Jahre alt, 1939 nach England zu fliehen und so dem Schicksal zu entgehen, das so viele andere ereilte (gedenkbuch.baden-baden.de). Die Geschichte der Familie Mainzer ist eine von Überleben, Verlust und der bleibenden Bedeutung der Erinnerung.
Der Stolperstein für Alfred Mainzer
Der am 19. Februar 2018 installierte Stolperstein für Alfred Mainzer befindet sich in der Ooser Hauptstraße 18 und markiert die letzte frei gewählte Wohnstätte der Familie. Seine Inschrift lautet schlicht:
HIER WOHNTE
ALFRED MAINZER
JG. 1920
FLUCHT 1939
ENGLAND
(Übersetzung: „Hier lebte Alfred Mainzer, Jahrgang 1920, Flucht 1939, England.“)
In der Nähe befindliche Stolpersteine erinnern an weitere Familienmitglieder Mainzers und veranschaulichen die Auswirkungen der Geschichte auf persönlicher und lokaler Ebene (mapcarta.com; goodnews4.de).
Besuch des Stolpersteins für Alfred Mainzer: Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und Wegbeschreibung
Öffnungszeiten und Eintrittsinformationen
- Freier Zugang: Der Stolperstein ist im Freien gelegen und rund um die Uhr zugänglich.
- Eintritt: Kostenfrei; keine Tickets oder Reservierungen erforderlich.
Standort und Wegbeschreibung
- Adresse: Ooser Hauptstraße 18, 76532 Baden-Baden, Deutschland.
- Öffentlicher Nahverkehr: Erreichbar über das öffentliche Verkehrsnetz von Baden-Baden; der Stadtteil Oos ist vom Stadtzentrum aus gut zu erreichen.
- Parken: Parkmöglichkeiten in der Nähe vorhanden.
Barrierefreiheit
- Die Anlage verfügt über ebene Gehwegoberflächen und ist im Allgemeinen rollstuhlgerecht. Allerdings können einige Bereiche in den historischen Vierteln von Baden-Baden unebene Oberflächen aufweisen.
Planung Ihres Besuchs: Tipps und nahegelegene Attraktionen
Tipps für einen respektvollen Besuch:
- Nähern Sie sich dem Stolperstein leise und mit Respekt.
- Es ist üblich, die Messingplatte vorsichtig zu reinigen oder zu polieren, besonders an Gedenktagen.
- Das Ablegen kleiner Steine oder Blumen auf dem Stolperstein ist ein traditionelles Zeichen der Erinnerung.
- Vermeiden Sie es, direkt auf die Platte zu treten.
Fotografie:
- Diskret ist Fotografieren erlaubt und wird zur Sensibilisierung empfohlen.
Beste Besuchszeiten:
- Tageslicht für gute Sichtbarkeit.
- Frühling und Herbst für angenehmes Wetter und weniger Andrang.
- Gedenktage wie der 27. Januar (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust) oder der 9. November (Jahrestag der Reichspogromnacht), um an besonderen Gedenkveranstaltungen teilzunehmen.
Nahegelegene Attraktionen:
- Andere Stolpersteine befinden sich in fußläufiger Entfernung und bilden oft Konzentrationen, die die Geschichte einer ganzen Familie oder Nachbarschaft erzählen.
- Das Stadtmuseum Baden-Baden zeigt Exponate zur lokalen jüdischen Geschichte.
- Der Standort der ehemaligen Synagoge und weitere Gedenkstätten in der Altstadt.
- Das Kurhaus, römische Bäderruinen und weitere UNESCO-Welterbestätten.
Bildungs- und Kulturelle Auswirkungen
Stolpersteine in Baden-Baden sind in lokale Schulpläne, öffentliche Zeremonien und Kunstprojekte integriert. Diese Aktivitäten stellen sicher, dass die Geschichten hinter jedem Stein über Generationen hinweg Resonanz finden (Baden-Baden Aktionen; claudiatravels.com).
Durch die Verankerung der Erinnerung in alltäglichen Räumen bieten die Stolpersteine einen fortlaufenden, partizipativen Akt des Gedenkens und der Toleranz.
Pflege, Rituale und Bürgerbeteiligung
Die laufende Pflege ist Teil der Philosophie des Stolperstein-Projekts. Gemeingruppen und Einzelpersonen reinigen und polieren die Steine, insbesondere an wichtigen Daten wie dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust und dem Jahrestag der Reichspogromnacht (Folklife Magazine). Diese Handlungen stärken die Verbindung zwischen Erinnerung und bürgerlicher Verantwortung.
Kontroversen und Kritik
Obwohl das Projekt weithin angenommen wird, ist es nicht frei von Kritik. Einige argumentieren, dass die Platzierung von Namen auf dem Bürgersteig, wo sie betreten oder verschmutzt werden könnten, respektlos gegenüber den Opfern sei (LBI). Folglich haben einige Städte, wie München, alternative Formen des Gedenkens gewählt. Dennoch breitet sich das Stolperstein-Projekt mit breiter Unterstützung aus Gemeinden und Bildungseinrichtungen weiter in Europa aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wo befindet sich der Stolperstein für Alfred Mainzer?
A: Auf dem Bürgersteig vor der Ooser Hauptstraße 18 in Baden-Baden.
F: Gibt es Öffnungszeiten oder Eintrittspreise?
A: Der Stolperstein ist jederzeit zugänglich und kostenfrei.
F: Ist der Standort für Rollstuhlfahrer zugänglich?
A: Ja, obwohl einige umliegende Bereiche unebene Oberflächen aufweisen können.
F: Gibt es Führungen?
A: Ja, lokale Organisationen und Schulen bieten geführte Stolperstein-Rundgänge an. Erkundigen Sie sich beim Tourismusamt Baden-Baden nach Details.
F: Kann ich das Stolperstein-Projekt unterstützen?
A: Das Sponsoring neuer Steine oder die Unterstützung von Bildungsaktivitäten ist durch lokale Initiativen möglich (goodnews4.de).
Bilder, Karten und Ressourcen
- Bilder: Fotografien des Stolpersteins für Alfred Mainzer, die seinen Standort und seine Inschrift zeigen (Commons Wikimedia).
- Interaktive Karte: Erkunden Sie den Standort des Stolpersteins Alfred Mainzer.
- Alt-Text Beispiel: „Stolperstein für Alfred Mainzer, eingelassen in den Bürgersteig der Ooser Hauptstraße 18, Baden-Baden.“
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