Keraniganjs Identität ist im Wasser eingeschrieben. Der verschmutzte, lebenswichtige Buriganga markiert seine Nordkante, eine wirbelnde Barriere, die von Holzfähren überquert wird, beladen mit Obst, Gemüse und Menschen. Im Süden setzt der Dhaleshwari-Fluss einen ruhigeren Kontrapunkt — sauberer, breiter und der Grund, weshalb die lokale Verwaltung den Flussblick als einen der wichtigsten touristischen Vorzüge nennt. Ihr Kompass richtet sich hier nach den Ghats: Telghat, Alam Market, Jinjira. Sie sind Bühnen für das chaotische, fotogene Theater des Ankommens und Aufbrechens.
Die Seele des Distrikts ist geschäftig, durchzogen von bekannten Basaren wie Kalatia, Ati und Ruhitpur. Das sind keine hübschen Märkte für Besucher, sondern lebenswichtige Schlagadern, auf denen alles von Jute bis Jackfrucht den Besitzer wechselt. Doch unter dieser kaufmännischen Energie liegt eine tiefere Schicht von Erinnerung. Einheimische nennen Keraniganj eine Wiege des Befreiungskriegs von 1971, ein Anspruch, den Shaheed Minars und Plätze markieren. Und dann ist da noch die ältere, schwerere Erinnerung an den Jinjira-Palast, wo die weiblichen Angehörigen des letzten unabhängigen Nawab von Bengalen nach 1757 inhaftiert wurden.